Autor Thema: Auflösungsvermögen Lomo MBP-1  (Gelesen 1492 mal)

Michael K.

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Auflösungsvermögen Lomo MBP-1
« am: April 14, 2021, 17:34:42 Nachmittag »
Hallo,

Fragen in die Runde...
Bei Fertigpräparaten sind auch Diatome vorhanden.  Das Foto ist mit dem 90er Objektiv und Immersionsöl und Okularkamera  gemacht worden.  Mich interessierte
die runde Kieselalge oben.
Ist das die maximale Auflösung die mit dem Mikroskop möglich ist?  Kann es sein, das es am Einschlussmedium liegt das es nicht besser wird?
Was ist ein gutes Objekt für Auflösungstests? Gibt es Vergleichsfotos die mit dem Mikroskop (90er Objektiv) gemacht wurden?

Gruss
Michael

plaenerdd

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Re: Auflösungsvermögen Lomo MBP-1
« Antwort #1 am: April 14, 2021, 19:06:15 Nachmittag »
Hallo Michael,
für höchste Auflösung müssen ein paar Bedingungen erfüllt sein:
-Deckglasdicke muss stimmen
-Objekt muss direkt am DG liegen (bei Deiner verkippten Diatomee sich nicht erfüllt)
-Eindeckmittel muss möglichst hohen Brechungsindex haben.
-hohe Beleuchtungsapertur (Objektiv und Kondensor müssen immergiert werden und der Kondensor eine hohe Apertur haben, Schieflichbeleuchtung wirkt ebenfalls Auflösungsfördernd)
-möglichst kurzwelliges Licht verwenden (bzw. bei der Bildbearbeitung nur den Blau-Kanal verwenden)
-Die Kamera-Adaption muss gut sein (verwacklungsfrei)

Die Diatomeen für Deinen Auflösungsbereich mit dem 90er-LOMO-Objektiv ist Amphipleura pellucida oder Pleurosigma angulatum. Peter Höbel ("peter-h") bietet günstige Streupräparate an.
Fossilien, Gesteine und Tümpeln mit
Durchlicht: Olympus VANOX mit DIC, Ph, DF und BF; etliche Zeiss-Jena-Geräte,
Auflicht: CZJ "VERTIVAL", Stemi: MBS-10, CZJ "TECHNIVAL";
Inverses: Willovert mit Ph

Rawfoto

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Re: Auflösungsvermögen Lomo MBP-1
« Antwort #2 am: April 14, 2021, 19:20:24 Nachmittag »
Hallo Hans

Eine Aussage kann nur getroffen werden wenn die gleiche Stelle des Präparates mit unterschiedlichen Ausrüstungen fotografiert und dann verglichen werden.

Erst dann können Rückschlüsse wie z.B.: die Stelle des Präparats ist o.k. - Deckglasdicke passt, Schichtdicke passt, Diatomee liegt am Deckglas auf, ...

Wenn das gegeben ist können Rückschlüsse auf die Mikroskop/Kamerakombination getroffen werden ...

Liebe Grüße

Gerhard
Gerhard
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Rückmeldung sind willkommen, ich bin jederzeit an Weiterentwicklung interessiert, Vorschläge zur Verbesserungen und Varianten meiner eingestellten Bilder sind daher keinerlei Problem für mich ...

Jürgen Boschert

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Re: Auflösungsvermögen Lomo MBP-1
« Antwort #3 am: April 14, 2021, 19:39:20 Nachmittag »
Hallo Michael,

von Auflösung kann hier erstmal nicht die Rede sein, das Bild ist vollständig unscharf. Kann es sein, dass Du nicht tief genug in das Präparat hineinfokussieren kannst, weil das Deckglas zu dick und/oder die Gegenstände des Interesses zu weit weg vom Deckglas liegen ? Der Arbeitsabstand dieser hochvergrößernden Objektive ist ausgesprochen gering. Übrigens sind die Lomo-Objektive nicht schlecht, ihre relative Schwäche liegt -im Vgl. zu den entsprechenden Linsen der "großen Vier"- in dem etwas schlechteren Kontrast und Streulichtanfälligkeit.
Beste Grüße !

JB

Michael K.

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Re: Auflösungsvermögen Lomo MBP-1
« Antwort #4 am: April 14, 2021, 20:11:38 Nachmittag »
Hallo,

habe mir schon so etwas gedacht, das das Präparat nicht ideal ist, wie gesagt, es ist aus einem gekauftem Dauerpräparatenset.
Wenn jemand ein Beispielbild hat, wie ein Bild mit dem 90er aussehen kann, wäre ich dankbar.

Zitat
Kann es sein, dass Du nicht tief genug in das Präparat hineinfokussieren kannst, weil das Deckglas zu dick und/oder die Gegenstände des Interesses zu weit weg vom Deckglas liegen ?
So ist es, selbst beim normalen durchblicken, also ohne Kamera bekomme ich es nicht scharf !  Ich bekomme nur so eine Art Lichthof ums Objekt. Wenn ich die Aperturblende zuziehe bekomme ich
ein noch schlechteres Bild. Man könnte es als "Beugungringe" ums Objekt bezeichnen.  Selbst mit Spiegel und Tageslicht ist es nicht besser.
Als Immersionsöl verwende ich das auch einem Eschenbach  Mikroskop Zubehörset.  Ich weis daher nicht welchen Brechungsindex das Öl hat. Auf dem Fläschschen steht ledeglich "Immersionsöl".  Also den Rand des Deckglases kann ich von oben bis unten scharf stellen.
Aber gut zu wissen das da doch mehr raus zu holen ist und die Objektive Ok sind.  Mir kamenn so langsam Zweifel auf bei dem 90er, alle anderen sind OK.
Aussagen über das Eindeckmedium und die Deckglasdicke kann ich nicht machen. Nehme aber an das es 0,17 mm sind.
Ich werde es mal mit euren Hinweisen probieren. Schieflicht, blaues Licht, bzw blauer Farbkanal etc.

@ Rawfoto:
Ich denke du hast den Namen verwechselt. Einen "Hans" kenne ich nicht  ;)


Gruss
Michael

Rawfoto

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Re: Auflösungsvermögen Lomo MBP-1
« Antwort #5 am: April 14, 2021, 20:28:56 Nachmittag »
Hallo Michael

Sorry, keine Idee wie ich auf Hans gekommen bin.

Liebe Grüße

Gerhard
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plaenerdd

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Re: Auflösungsvermögen Lomo MBP-1
« Antwort #6 am: April 14, 2021, 21:36:29 Nachmittag »
Hallo Michael,
Zitat
Aber gut zu wissen das da doch mehr raus zu holen ist und die Objektive Ok sind.  Mir kamenn so langsam Zweifel auf bei dem 90er, alle anderen sind OK.
Das ist aber auch noch nicht auszuschließen, solange Du noch keine besseren Bilder zu sehen bekommen hast. Wenn Du ein Stereomikroskop hast, schau Dir doch mal die Frontlinse an. Zur Not tut es auch eine starke Lupe oder eine hoch vergrößerndes Okular, durch das Du umgekehrt hindurch schaust. Früher haben auch Immersionsöle zum Verharzen geneigt und wenn dann nach der Benutzung nicht richtig gereinigt wird... Hier klebte sogar ein Deckglassplitter auf der Frontlinse.
LG Gerd
Fossilien, Gesteine und Tümpeln mit
Durchlicht: Olympus VANOX mit DIC, Ph, DF und BF; etliche Zeiss-Jena-Geräte,
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schmidt

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Re: Auflösungsvermögen Lomo MBP-1
« Antwort #7 am: April 15, 2021, 07:34:50 Vormittag »
Hallo Michael,
wie schon die Vorredner anmerkten es liegt wahrscheinlich am Präparat, für mich sieht das Bild aus, als ob die Objekte außerhalb der Schärfeebene sind, wenn der Abstand zu groß ist bekommt man es schlicht nicht scharf, weil man nicht nahe genug ran kommt.
Um deine Zweifel am Objektiv zu mildern:
Es gibt 2 verbreitete  Lomo Standart 90iger Objektive: 90x1,25 und 90x1,30 beide sind bei richtiger Anwendung nach meiner Meinung hervorragend in der Abbildungsleistung entsprechend ihrer Klasse. Sie fallen nur hinsichtlich Bildfeldebnung und etwas auch hinsichtlich Kontrast ab. Grundsätzlich habe ich auch mit dem 90x1,30 sehen können was ich mit dem Fluor 100 x 1,30 Nikon oder Apo 1,40 Zeiss Jena sehe. Allerdings verwende ich sie mit echter Köhlerbeleuchtung also ohne Mattscheibe. einen signifikanten Unterschied hinsichtlich Auflösung bemerke ich erst zum Nikon Planapo 1,45. dessen Anschaffung setzt finanziell aber ein gewisses maß an Wahnsinn voraus.

Fazit: 99% dessen was ein gutes Marken Immersionsobjektiv zeigen soll sieht man mit dem Lomo 90 bei exakter Köhlerung, richtigem Arbeitsabstand immergiertem Kondensor (Wasser reicht aus, ich nehme den Abbe Kondensor für schiefe Beleuchtung A=1,4)

Grüße pschmidt
Mikroskope:
Lomo Biolam Ph+; DF; HF-Abbe; Epi HF/DF/Pol; Epi-Fl; //Biolar DIK, IK, Ph variabel+-//
Nikon Eclipse -U  HF; DIK, Ph+, Epi-Fl//
MBS 10

Michael K.

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Re: Auflösungsvermögen Lomo MBP-1
« Antwort #8 am: April 15, 2021, 13:19:57 Nachmittag »
Hallo zusammen,

@ Gerd:
Am Rand der Objektivlinse war tatsächlich verharztes Öl. Habe es mittels Swab und Waschbenzin entfernen können.
----------------


Aber nach der Reinigung tat sich bei dem Objekt wiederum nichts. Auch bei anderen Präparaten aus dem selben Set war das selbe Probem; unschärfe mit dem 90er.
Dieses Set hatte ich erst letzte Woche gekauft.
Bei Präparaten aus einem älterem Set aber vom selbem "Hersteller" sieht es ganz anders aus, hier kann ich sämtliche Präparate mit dem 90er scharf stellen.

Testweise habe ich auch mal mein letztes repariertes Präparat (Silberbeere, Schuppenhaare) unter gelegt, auch hier kann ich alles durchfahren und scharf stellen.
Beispiele unten. Die Unschärfen im Bild sei jetzt mal Nebensache, im Okular ist alles klar und scharf einstellbar.

Ich habe mal einige Schichtdicken (Deckglas plus Medium) abzüglich Objektträgerstärke mit einem Messschieber  nachgemessen. Das Ergebnis ist erstaunlich !
Neues Set: 0,45 mm, 0,56 mm, 0,21 mm, 0,42 mm
Altes Set: 0,16 mm, 0,21 mm, 0,19 mm, 0,20 mm     
repariertes Präparat: 0,19 mm

Ich denke die Unschärfe kommt tatsächlich vom zu dickem Deckglas/Medium!
Demnach ist das Objektiv (90x 1,25) für die neuen Präparate nicht nutzbar.  Ich bin davon ausgegangen das neuere Fertigpräparate mit allen
Objektiven brauchbar sind. Aber dem ist wohl nicht so...

Gruss
Michael

liftboy

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Re: Auflösungsvermögen Lomo MBP-1
« Antwort #9 am: April 15, 2021, 14:47:15 Nachmittag »
Hallo Michael,

gekaufte Präparate sind so eine Sache. Hier im Forum wirst Du nur saubere, taugliche Präparate finden; die mögen z.T. nicht ganz billig sein, preiswert sind sie allemal!
Gekaufte aus den Internet ("vorbereitet Gleiten" aus China) kannst Du meist in die Tonne treten. Präparate von Lieder oder Jungner will ich nicht schlecht reden (da sind wegen fehlender QS ein paar Ausrutscher dabei, sonst gut). Antiquarische Präparate haben ihren Reiz, da darfst Du aber nicht zuviel erwarten, man war damals nicht soweit wie heute.
Das 90x 1,25 Öl ist bei richtigen Einsatz (s.Vorredner) ein durchaus brauchbares Objektiv und zur Zeit günstig. Das 100x 1,25 Öl bringt da nicht mehr Auflösung, das 80x 1,0 WI ist gut, aber selten; bietet durch Deckglaskorrektur sogar Anpassung an antiquarische Präparate mit anderen Deckgläsern. Im Übrigen sind Diatomeen die Meisterklasse der Mikroskopie :-)
Solltest Du ein Präparate zum "spielen" brauchen, kann ich Dir gerne etwas abgeben; Doubletten, nicht zum Aufheben, aber zu schade zum wegwerfen (Luftblasen tec.)

Grüße
Wolfgang

jochen53

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Re: Auflösungsvermögen Lomo MBP-1
« Antwort #10 am: April 15, 2021, 16:00:40 Nachmittag »
Hallo Michael,

ich will jetzt der Fa. Eschenbach nichts unterstellen, aber trotzdem halte ich es evtl. für möglich, daß das, was die da als Immersionsöl ohne jede weitere Angabe vertrieben habeb, gar kein solches ist, sondern nur einfaches Paraffinöl. Sowas haben sie mir sogar vor etlichen Jahren bei einem Münchner Zeiss Händler untergejubelt. Ich habe dann den Brechungsindex nachgemessen, er lag bei 1,47.... und ein IR-Spektrum aufgenommen, es war Paraffinöl, darauf hin waren sie "sehr erstaunt" und haben mir dann dafür als Ersatz ein Fläschen "richtiges Immersionsöl" Carl Zeiss 518 N gegeben (gibts heute nicht mehr, heißt heute anders).

Gruß, Jochen.
« Letzte Änderung: April 15, 2021, 16:03:28 Nachmittag von jochen53 »

liftboy

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Re: Auflösungsvermögen Lomo MBP-1
« Antwort #11 am: April 15, 2021, 17:16:03 Nachmittag »
Na ja, ich hab noch reichlich vom Original russischen Lomo-Immersionsöl da. Wer was braucht soll sich melden :-)
Werte: nd=1,515 +- 0,002, ns-nc=0,0106+- 0,0003
Das ist aber etwas zäh, also nix für Frischpräparate mit losem Deckglas!

Wolfgang

plaenerdd

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Re: Auflösungsvermögen Lomo MBP-1
« Antwort #12 am: April 15, 2021, 20:15:04 Nachmittag »
Hallo Wolfgang,
Zitat
Na ja, ich hab noch reichlich vom Original russischen Lomo-Immersionsöl da.
Benutzt Du das auch selber? Ich habe da Bedenken bei dem alten Zeug. Nicht um sonst musste man früher nach getaner Arbeit das Öl sorfältig entfernen, weil es weit stärker zum Verharzen neigte als die modernen Marken-Immersionsöle, die auch nicht so zäh sind. Und nicht umsonst sind immer wieder Immersionsobjektive mit verharzter Frontlinse auf dem Gebrauchtmarkt.
Von dem LOMO-Zeug habe ich auch noch 2..3 Flaschen rumstehen: Glasflasche mit Naturkorken und Parafindichtung. Ich mags nicht aufmachen...
Beste Grüße
Gerd
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Jürgen Boschert

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Re: Auflösungsvermögen Lomo MBP-1
« Antwort #13 am: April 15, 2021, 20:23:36 Nachmittag »
Hallo Wolfgang, hallo Gerd,

Lomo hat "routinemäßig" bis weit in die 70-iger Jahre Zerdernöl für die Immersion verwendet, schnuppert einfach mal dran, das kann man eindeutig riechen. Dann ist es gesundheitlich unbedenklich, technisch neigt es halt zum eindicken.
Beste Grüße !

JB

Rawfoto

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Re: Auflösungsvermögen Lomo MBP-1
« Antwort #14 am: April 15, 2021, 21:00:09 Nachmittag »
Hallo Michael

Das schaut nach zu dicken Deckglas aus. Ich habe vor Jahren eine Packung Deckgläser vererbt bekommen und eine Serie Präparate am Mikrotom geschnitten und gefärbt. Zum Glück habe ich gemischt gearbeitet da meine Deckgläser in der Mitte ausgegangen sind.

Bis zum 40x keine Auffälligkeiten, bis NA 0,95 beim 40x Öl NA 1,35 Totalausfall. Bein 60er und 100er natürlich das selbe Ergebnis ...

Es müssen also nicht immer gekaufte Präparate sein, es reichen die falschen Deckgläser. Vielen fällt das gar nicht auf da sie in diesen NA-Bereich gar nicht vordringen.

Liebe Grüße

Gerhard
Gerhard
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